Vorausschauen statt nachbessern in der Energiewende

Optimierungspotenziale am Beispiel des Einspeiserprozesses. Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden Netzbetreiber im Rahmen der Marktprozesse zukünftig höhere Fallzahlen direkt vermarkteter Anlagen in kürzerer Zeit abarbeiten müssen. Gesetzliche Neuerungen stellen die Energiemarktakteure regelmäßig vor Herausforderungen. Gerade durch die Einführung der Direktvermarktungspflicht und die Verkürzung von Bearbeitungsfristen durch das EEG 2014 wird der Druck auf Netzbetreiberseite weiter zunehmen.

Da in Zukunft tendenziell mehr regenerative Energieanlagen direkt vermarktet werden, gilt es die steigenden Mengen schneller zu bearbeiten. Die langjährige Erfahrung der c.con Berater zeigt, dass in diesem Zusammenhang vielerorts entscheidende Optimierungspotenziale bestehen.

Herausforderungen für Netzbetreiber durch das EEG 2014
Das im letzten Jahr in Kraft getretene EEG 2014 brachte einschneidende Änderungen hinsichtlich der Veräußerungsformen für regenerative Erzeugungsanlagen. Eine wesentliche Neuerung war die Einführung der Direktvermarktungspflicht für Anlagen mit einer Einspeiseleistung von (zunächst) 500 kW und darüber hinaus. Diese Grenze wird zum 01.01.2016 weiter sinken. Danach sind neue Anlagen bereits mit einer Einspeiseleistung ab 100 kW direktvermarktungspflichtig. Gleichzeitig wurde die Einspeisevergütung auf kleine Anlagen (§ 37 EEG 2014) und in Ausnahmefällen (§ 38 EEG 2014) reduziert (weitere Änderungen siehe Abbildung 1). Mit dem EEG 2014 wird für Anlagenbetreiber ein Anreiz geschaffen, auch ohne Pflicht die eigenen Anlagen in die Direktvermarktung zu überführen oder neue Anlagen direkt anzumelden. Tendenziell werden damit zukünftig mehr Anlagen beim Netzbetreiber als Direktvermarktung angemeldet werden. Den Änderungen durch das EEG 2014 folgte in diesem Jahr die Anpassung der Marktprozesse für Erzeugungsanlagen. Der entsprechende Beschluss BK6-14-110 („Neue Marktprozesse für Erzeugungsanlagen (Strom)“) trat zum 01. 10. 2015 in Kraft. Betroffen sind unter anderem die Marktprozesse Lieferbeginn und Lieferende. Als wichtigste Neuerung gelten die verkürzten Meldefristen für den Wechsel der Veräußerungsform. Damit sind Netzbetreiber gezwungen, innerhalb weniger Tage Anmeldungen oder Abmeldungen zu bearbeiten, wodurch die Durchlaufzeiten im Vergleich zum EEG 2012 stark reduziert werden.
Beispielsweise muss beim Wechsel von der Direktvermarktung in die Einspeisevergütung (§ 37 EEG 2014) das Eingangsdatum beim Netzbetreiber nur noch 5 WT vor Anmeldedatum des Lieferanten liegen. Daraus ergibt sich ein höheres Risiko für Verfristungen und – gegebenenfalls – Beschwerden gegenüber der Bundesnetzagentur. [...]


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